Der farbenfrohe Weg zum idealen Klassenzimmer

20. Juni 2017

„Ob in der Schule gut gelernt wird, hängt auch von den Räumen ab.“ Joachim Kahlert, Professor für Grundschulpädagogik und Didaktik an der Ludwig-Maximilian Universität München

„Beste Bildung für alle“ lautet das Ziel unserer Politik. Deshalb habe ich mit der FDP-Fraktion im Einbecker Stadtrat ein Konzept zur Farbgestaltung der Klassenräume und Flure in allen Grundschulen, die sich in der Trägerschaft der Stadt Einbeck befinden, vorgestellt. Gleichzeitig wollen wir die Licht- und Beleuchtungsquellen, die Akustik sowie das Mobiliar diesem Konzept entsprechend verbessern und austauschen.

  • Farbe steigert die menschliche Kreativität und Lernbereitschaft, weil sie vor allem das Wohlbefinden fördert. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler vermehrt diesen Umstand erforscht und die Anforderungen für das perfekte Klassenzimmer formuliert. Die Klassenzimmer müssen demzufolge „adaptiv, anforderungsgerecht und anmutig“ sein, so formuliert es Prof. Kahlert, Inhaber des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und Didaktik der Ludwig-Maximilian-Universität München. Unlängst hat Kahlert mit seinem Team einen Modellraum in einer Münchner Grundschule errichtet und durchweg positive Rückmeldungen von der Schülerschaft erhalten. Kahlert ist davon überzeugt, dass trotz der derzeitigen Konzentration auf die unumstritten wichtige digitale Ausstattung der Schulen die Raumgestaltung zu sehr vernachlässigt wird. Diese Lücke möchte ich nicht nur mit der FDP im Rat der Stadt Einbeck schließen, sondern für ganz Niedersachsen auf den Weg bringen.

  • Vermehrt haben Wissenschaftler, Psychologen sowie Innenarchitekten und schulische Berater in den letzten Jahren darauf hingewiesen, dass die meisten Klassenräume noch immer Zeugen einer visuell kargen und somit Kälte, Sterilität und Distanz vermittelnden Innenarchitektur sind. Schulen und insbesondere Grundschulen sind aber keine Lernfabriken, sondern menschliche Lern- und somit Lebensräume, die unsere besondere Aufmerksamkeit verdienen. Farben sind immer Teil unser natürlichen Umgebung und Erfahrungswelt und sie haben einen enorm stimulierenden und - je nach Farbe - nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das menschliche/kindliche Wohlbefinden und insofern auf die emotionale Entwicklung. Insofern geht man inzwischen davon aus, dass in einer farblich anregenden und anmutigen Umgebung nicht nur Aggressionen und Vandalismus reduziert werden können, sondern auch eine Verringerung von Nervosität, Interessenlosigkeit sowie Reizbarkeit erzielt werden kann. Farben tragen grundsätzlich dazu bei, dass aus einem Lernort ein positiv besetzter und lebensbejahender Erfahrungs- und Lebensraum werden kann.

Die neue PISA-Studie von 2015 hat als erstmals auch die Kategorie des Wohlbefindens der Schülerinnen und Schüler ermittelt. Insofern trägt dieses Konzept zeitnah und nachhaltig für die Grundschülerinnen und Grundschüler der Stadt Einbeck insbesondere in Bezug auf das Wohlbefinden, das paradigmatisch mit der Lern- und Leistungsbereitschaft verbunden ist, Rechnung.

Ein weiterer Aspekt, der mein Projekt stützt, ist die Tatsache, dass derzeit in Niedersachsen und in anderen Bundesländern viele große (Grund-) Schulen sowie Ganztagsschulen entstehen. Insofern verbringen immer mehr Kinder mit und ohne Behinderung einen Großteil ihrer Zeit in diesen oftmals farblich kargen Innenräumen. Die farbliche Gestaltung von Klassenzimmern, Fluren, Ruheräumen und last but not least von Klassenräumen für Sprachlernklassen von Flüchtlingskindern ist deshalb keine Luxusausstattung, sondern ein notwendiger Bestandteil zum bestmöglichen Gelingen des Bildungsauftrags unserer Grundschulen. Gleichzeitig haben farblich gestaltete Innenräume auch eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden der Lehrkräfte, denn nur in einem positiven Lernklima kann Bildung beispielhaft gelingen.

  • Wie bereits von Joachim Kahlert angesprochen, gehört zu einer „anmutigen“ und motivations- sowie lernfördernden Lernumgebung die farbliche Gestaltung aller schulischen Innenräume, wobei an erster Stelle immer das Klassenzimmer steht. Hier bieten sich insbesondere warme Farbtöne an. Die individuelle Farbgestaltung an jeder Grundschule sollte aber vor Ort durch die jeweiligen schulischen Gremien; die Schulvorstände, Gesamtkonferenzen sowie in direkter Abstimmung mit den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern und ihrer Schülerschaft zusammen mit einem Farbberater auf den Weg bringen. Eine tragende Rolle bei der Farbgestaltung könnten hier die Kunstlehrer spielen.

Farbe und ihre Wirkung für den Lern- und Lebensraum Schule

  • Gelb vermittelt eine positive und sonnige Atmosphäre; insbesondere wenn zu grelle Gelbtöne vermieden werden. Warme Gelbtöne mit einem Übergang zur Farbe Orange fördern die Konzentration sowie die Begeisterung für das Lernen. Ebenso fördert die Farbe Gelb die Gedächtnisleistung und die Kommunikation.

  • Orange produziert eine gelöste sowie freundliche Atmosphäre und strahlt Wärme und Behaglichkeit aus. Ebenso wie Gelb fördert Orange die Kommunikation. Genau wie die Farbe Gelb ist Orange geeignet für Nordzimmer und Klassenräume mit wenig Sonnenlicht. Da Orange auch den Appetit fördert, kann diese Farbe ebenso ideal für Mensen eingesetzt werden.

  • Rot wirkt im Allgemeinen physisch und psychisch stimulierend. Auch wird durch Rot der Stoffwechsel und die Durchblutung angeregt. Insofern muss diese Farbe umsichtig und akzentgebend eingesetzt werden, damit kein aggressiver oder bedrängender Charakter entsteht. Grundsätzlich sind warme Rot-Töne vorzuziehen, bzw. die Nähe zu einer Terrakotta-Farbgestaltung zu suchen.

  • Terrakotta hat eine stark erdende Komponente, die beruhigend wirkt. Diese Farbe sollte aufgrund der Nähe zu Brauntönen nicht zu dunkel in Klassenzimmern eingesetzt werden, sondern in den mittleren oder helleren Nuancen, um die positiv erdende Komponente mit der Inspirationskraft der gelb-orangen Farbtöne zu verbinden.

  • Blaue Farbtöne wirken grundsätzlich kühl und eignen sich deshalb insbesondere für Südzimmer, die sich im Sommer schnell aufheizen. Blau kann aber auch einem Raum zu viel an Kühle verleihen und somit leicht den Eindruck der Unnahbarkeit vermitteln, weshalb Blau mit Bedacht verwendet werden sollte. Gleichzeitig ist Blau aber auch die Farbe der Entspannung, der Ruhe und Ausgeglichenheit, weshalb sich in Ganztagsschulen insbesondere für Räume und Orte der Entspannung eignet.

  • Grün strahlt grundsätzlich eine beruhigende Wirkung aus und sorgt somit für Ausgleich, Sicherheit und Harmonie. Grün hat auch den Einfluss der Regeneration und weckt gleichzeitig die Kreativität. Insofern kann die grüne Farbe sowohl erholsam, vitalisierend und beruhigend sowie lärmdämpfend sein. Großflächige und zu intensive Grüntöne sind allerdings aufgrund des starken Reflexionscharakters auf die Hautfarbe nicht zu empfehlen. Hellere Grüntöne eignen sich allerdings gut in Abwechslung mit Beige-Tönen für die Gestaltung von langen Fluren.

Grundsätzlich, so erläuterte auch Kurt Rotermund, Vorsitzender des Vereins „Lernfördernde und präventive Schulgestaltung (LUPS) bei seinem Vortrag im Alten Rathaus der Stadt Einbeck, zu diesem Thema. Lernerfolg und Kreativität profitierten dabei insbesondere von Farbgestaltung der Klassenräume; wenn eine Farbe in zwei Farbvarianten zum Einsatz komme.

Licht, Akustik und Mobiliar

  • In einem zweiten Schritt möchte ich nach Abschluss der Farbausstattung von zwei bis drei Klassenzimmern und einem Flur pro Schule die Licht- und Beleuchtungsverhältnisse evaluieren und ggf. verbessern. Natürliche Lichtquellen sind hierbei optimal zu nutzen und künstliche Lichtquellen können beispielsweise mit Rasterleuchten verbessert werden. Leuchten mit direkter und indirekter Lichtverteilung ermöglichen eine sehr gute und gleichzeitig flexible Ausleuchtung des Klassenzimmers auch bei wechselnder Anordnung der Schülertische.

  • Falls die akustische Verbesserung von Klassenzimmern zwecks Schalldämpfung noch nicht erfolgt sein sollte, wird sie im Rahmen des vorliegenden Konzepts zu diesem Zeitpunkt Berücksichtigung finden, da insbesondere eine schlechte Akustik mitverantwortlich für negativen Stress bei der Schüler- und Lehrerschaft ist. Auf diese Tatsache wurde bereits im Laufe der letzten fünfzehn Jahre in vielen Studien aus verschiedenen Forschungsbereichen hingewiesen. In dem meisten Fällen kann durch eine schallisolierende Gestaltung der Deckenfläche die Akustik maßgeblich verbessert werden. Das wurde an einigen Grundschulen bereits umgesetzt.

  • Das Mobiliar sollte idealerweise farblich zur neuen Farbe des Klassenzimmers passen. Die endgültige diesbezügliche Entscheidung wird nach Konsultation mit dem jeweiligen Fachberater wiederum individuell an jeder Grundschule nach Absprache mit den schulischen Gremien zu treffen sein. Bei der Form der Möbel ist auf die dynamisch-aktive Bewegungskomponente zu achten, die aus der Bewegungsergonomie der Schüler/innen, dem jeweils angewendeten pädagogischen Lernkonzept sowie dessen Umsetzungsnotwendigkeiten und der damit zusammenhängenden Arbeitsorganisation hervorgeht. Insofern gibt es inzwischen Tische, die in Rauten- oder Dreiecksform zusammengestellt oder einzeln zur Anwendung in den jeweiligen Klassenzimmern benutzt werden können. Hierbei habe sich – so Kurt Rotermund – insbesondere die Anordnung von Tischen in zwei Halbrundformen bewährt, da auf diese Weise alle Kinder in visuellem Kontakt miteinander stünden.

Zur Umsetzung

Nach Interessenabfrage bei den jeweiligen Schulleitungen würde die Stadt Einbeck für die an diesem Konzept interessierten Grundschulen zwei bis drei Modellklassenzimmer und einen daran angrenzenden Flurbereich ausstatten, sodass in den nächsten vier Jahren sämtliche Klassenräume sowie Flurbereiche der jeweiligen Schule den Anforderungen eines adaptiven, anforderungsgerechten sowie anmutigen Klassenzimmern entsprächen. An dieser Stelle werden Fachberater aus den jeweiligen Bereichen um ihre Einschätzungen gebeten. Anschließend würde ein Gesamtbudget für alle daran interessierten Schulen, die sich in der Trägerschaft der Stadt Einbeck befinden, aufgestellt und im Rat verabschiedet werden. Insbesondere bei derzeit anstehenden Baumaßnahmen könnte das Farbkonzept zusammen mit Licht und Mobiliar nach und nach an den einzelnen Schulen umgesetzt werden. Die Umsetzung würde bis 2021 erfolgen.

Gern würde ich dieses Ausstattungskonzept auf alle Grundschulen in Niedersachsen übertagen.

Beste Bildung für unser Land.

Konstantin Kuhle

Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen

Ich unterstütze Dr. Marion Villmar-Doebeling, weil Niedersachsen in der Bildungspolitik nicht länger das Experimentierlabor rot-grüner Schulversuche sein darf.

Christian Grascha

Landtagsabgeordneter

Ich unterstütze Marion, weil sie optimistisch, kompetent und offen für Neues ist.

Irnfried Rabe

Bürgermeister a.D. Kreistagsabgeordneter Volljurist

Ich wähle Marion, weil sie in der politischen Praxis Vernunft, Sachverstand und Herz vereint. Wirtschaftliche Vernunft geht bei ihr Hand in Hand mit Chancengerechtigkeit für jeden Einzelnen.

Eckhard Ilsemann

Ratsherr

Ich wähle Marion, weil sie sich für den Mindestabstand von Windrädern von 1500m zu Bebauungsgebieten einsetzen wird.

Dr.med.Reinhard Binder

Arzt Ratsherr

Ich schätze ihre fachliche Kompetenz vor allem im Gebiet Schulen und Erziehungseinrichtungen und die Konsequenz mit der sie sich darum kümmert.

Edgar Martin

Bürgermeister a.D.

Ich wähle Marion, weil sie auch kleine Schulen im ländlichen Raum unterstützt.

Dr. Christian Eberl

Staatssäkretär a.D.

Die FDP steht mit ihrer Kandidatin für die Landtagswahl 2018 im Wahlkreis Northeim insbesondere für Chancengerechtigkeit und differenzierte Bildungsangebote. Hierbei möchte ich Frau Villmar-Doebeling auch persönlich unterstützen und ihr viel Erfolg bei der Wahl wünschen.

Björn Försterling

Landtagsabgeordneter, schulpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion

Ich unterstütze Marion Villmar-Doebeling, damit Schulpolitik wieder ohne Ideologie für die Kinder gemacht wird.